Sei zufrieden

'Sei zufrieden', darf man, muß man manchmal sogar so reden? Predigt für Sonntag, 30.5.2021 (hinterlegt bei youtube).

 Predigt zum Sonntag, 30. Mai 2021

 "Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König".

Sei zufrieden.
Ich habe einen Mann gebeten, der mir mein Hinterrad wieder repariert hat und mich damit glücklich gemacht hat, mir sein Thema für die Predigt heute zu geben.

Sei zufrieden!
Nörgeln, mäkeln, jammern, klagen gerade viele Leute, obwohl es ihnen materiell nicht schlecht geht und sie gesund durch die Zeit gekommen sind? Ist das so? Wie sind deine Mitmenschen so drauf?

Sei zufrieden! Darf man so sprechen? Natürlich nicht zu denen, die wirklich leiden, Schmezen haben und sich existenzielle Sorgen machen müssen.

„Sei zufrieden!“, darf und muss man sogar mal so sprechen zu denen, die eigentlich alles haben: Haus, Geld, Job, Ehepartner, Kinder. Alles im grünen Bereich, und trotzdem unzufrieden. Warum? Was fehlt? Der Kick, die Abwechslung, Shopping- und Gastrovergnügen? Aufregendes.
Sei zufrieden! Sieh auf das, was du doch alles hast und jammer‘ nicht rum, was gerade fehlt!

Sicher, die Zeiten waren anstrengend, ungewöhnlich.Es entspannt sich gerade. Wieder mehr ist und wird möglich.
Sei zufrieden, dass du heil durchgekommen bist! Ist das zu wenig?

„Danke“ ist das Gegengift zur Nörgelein.
Danke ist ein Kirchenschlager, den schon die kleinen Menschen gerne singen und der für gute Stimmung sorgt: "Danke für meine Arbeitsstelle, danke für jedes kleine Glück. Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.
Danke für Eis und Schokolade. Danke für Keks und Gummibär. Danke, du schenkst uns so viel Dinge. Dank sei dir, oh Herr."

Vielen fehlt gerade gemeinsame Singen in Chören oder Gottesdiensten, weil Lieder, Melodien und die Strophen einen wieder in eine gute Stimmung bringen.

„Die Musik ist die beste Gottesgabe. Durch sie werden viele und große Anfechtungen verjagt. Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu singen vermag. Sie ist die Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger macht“, so Martin Luther.  

Wie wär’s: Es jammert dir einer die Ohren voll und du sagst: „Mach mal Pause. Wir singen jetzt mal ein heiteres Liedchen miteinander und dann sprechen wir weiter“. Macht heut keiner, weil wir’s singen verlernt haben oder es peinlich geworden ist. Vielleicht kommt’s ja wieder?

Loben und danken - so lautet eine Abteilung im Gesangbuch und sorgt für gute Seelen-Stimmung.

Zum Besipiel:
"Wer hat das schöne Himmelzelt
hoch über uns gesetzt?
Wer macht es,
dass man Öl und Most
zu seinen Zeiten find?" (EG 324)

Und natürlich tut dem Gemüt auch gut, wenn du dir immer wieder sagst:
"Lobe den Herrn, meine Seele. Wie sind deine Werke so groß und viel. Du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter." (Psalm 103.104)

"Geh aus mein Herz
und suche Freud,
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an
der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir
und dir sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben." (EG 503)

Gar nicht so übel auf diesem Planeten, wenn du dir zutraust, heute mal glücklich sein zu wollen.  

"Ich sehe grüne Bäume, rote Rosen – sie blühen für dich und mich.
Und ich denke so bei mir: was für eine wunderbare Welt!
Ich sehe den blauen Himmel, weiße Wolken,
den vom Licht verwöhnten Tag und das ehrwürdige Dunkel der Nacht –
und ich denke mir: was für eine wunderbare Welt!"
- What a wonderful world.