Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Die Predigt zur Konfirmation.

In die Predigt habe ich auch Musikstückchen geschnitten, die auch als Zwischenmusik in den Konfirmandenbeiträgen zu hören waren. So möge die Art und Weise der Konfirmation  in Erinnerung bleiben.

 

Die Sprüche der Konfirmanden haben mich zu dieser Predigt inspiriert.

- Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Mt 5,9)

- Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Ps 139,5)

- Sei mutig und entschlossen; Gott ist mir dir, wohin du auch gehst. (Josua 1,9)

- Ich bin bei euch jeden Tag bis zum Ende der Welt. (Mt 28,20)

- Gott, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. (Psalm 36,6)

- Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem (Röm 12,21)

- Wie sich der Himmel über die Erde wölbt, so umgibt Gottes Liebe die, die Gott vertrauen. (Psalm 103,11)

- Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. (Mt 5,6)

- Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh,20,29)

- Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. (Ps 23,6)

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. (Ps 23,6)Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein,
so hört man, sprach Gott
einst zu Abraham.
Auf, los, geh
in ein unbekanntes Land,
in das ich dich führen werde.

Und Abraham brach auf, ging los,
weil er in sich die Stimme Gottes hörte
und vertraute.
Wer Gott in sich und zu sich sprechen hört,
wird auch hören:
‚Auf, los, geh, mach, trau dich‘.

Wenn du wirklich schlimmen Streit und Zwist
siehst und hörst und
die Händelei dich nicht mehr kalt und ruhig lässt,
bleib nicht stumm und bleib nicht weg,
geh hin, höre diesen und hör‘ jenen
und lehre die Streitenden,
einander zu verstehen.
Stifte Frieden, du Kind Gottes.

Bleib‘ gelassen,
auch wenn andre immer schriller wüten,
bleibe ruhig,
wenn die anderen immer lauter fauchen
such‘ und finde
in dir immer wieder Frieden,
nur so kannst du Böses
mit Gutem überwinden.  

Auf, los, geh, mach‘, trau dich,
wenn‘ s dich kränkt
und du leidest mit,
wenn Stärkere respektlos, würdelos,
die Schwächeren bedrücken,
mit Worten und mit Waffen,
um noch mehr
für sich selbst zu nehmen,
als sie ohnehin schon haben
und du wütend klagst:
Das darf nicht sein!
Das soll nicht sein!
Wann wird’s endlich wieder gut?

Selig wenn du Hunger hast und Durst
nach Gerechtigkeit,
du sollst nicht nur immer hungern,
sondern wirst auch immer wieder
Recht dem Elenden und Armen schaffen,
und ihr werdet euch
dann erleichtert miteinander freuen können.  

Auf, los, geh, mach, trau dich.
Wer? Ich?
Andere können das doch viel, viel besser,
kann nicht reden, bin doch viel zu klein.
Wer sollte denn auf mich schon hören, mich beachten?
Nein, lass mich bloß in Ruhe, lass mir meinen Frieden.

Aber hat uns Gott geschaffen,
feige, mutlos, furchtsam, angsterfüllt,
in der Welt zu sein?
Nein. Nein. Nein. Nein.
Sag nicht zögerlich:
Aber, aber, wenn und aber.
Sei mutig und entschlossen.
Höre Gott, dir Mut zu machen:
Ich bin ja auch noch da.
Bin bei dir, bin bei euch,
nicht nur gestern, heut‘ und morgen,
sondern alle Tage bis ans Weltenende,
bin bei dir, bin bei euch,
in dir, um dich.

Ja, von allen Seiten umgibst du mich
und hältst zum Schutz und Segen
deine Hand über mir und über uns.

Du glaubst es nicht?
Willst Beweise sehen?
Willst Gott fassen, greifen und begreifen,
willst ganz eindeutig, felsenfest und definitiv
wissen, nicht ‚nur‘ glauben,
dass es wahr ist,
dass der da ist?
Ja, manchmal kommt der Zweifel:
Alles doch nur Worte, was für Unsinn – oder?
Aber es geschehen dann doch
auch die Momente, unverhofft,
wo du spürst und dir ganz gewiss wirst:
da ist doch noch was, eine große Kraft
in mir, über mir.

Von guten Mächten wunderbar geborgen.
Ja, das stimmt, ich vertrau darauf.
Selig, wer Gott nicht sehen muss,
aber ganz einfach nur und zuversichtlich glauben kann.
Und wie der Himmel sich über die Erde wölbet,
so umgibt mich Gottes Liebe.

Er sieht und hört mich,
wenn ich klage und allein mich fühle.
Er umhüllt mich warm, wenn meine Seele friert.
Er schenkt auch Glück und Seligkeit
immer wieder, aber nicht zu oft,
um nicht abzuheben,
um nicht vom Übermut gepackt zu werden.

Allzu viel vom großen Glück
erträgt der Mensch auch nicht.
Hin und wieder schon
und täglich Glück im Kleinen – das genügt.
Auch morgen kann
ein guter, segenreicher Tag mir werden.  
Denn Gutes und Barmherzigkeit werden
mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben
im Hause Gottes ewiglich.

Und wer, wenn er draußen ist
und den Blick erhebt noch oben,
und ganz ergriffen in der Schöpfung
steht oder sich bewegt
und sich dann sagt
- trotz allem scheinbar Schlechten in der Welt:
Aber, mein liebster Gott,
DEINE Güte reicht soweit der Himmel ist
und DEINE Treue so weit die Wolken gehen.
Wer so spricht und fühlt,
der verzweifelt nicht, sondern wird immer wieder
auch entdecken und erleben
in sich und bei vielen anderen
Gutmütigkeit und Herzenswärme.   

Wer Gott hört, wird hören:
Auf, los, geh, mach, trau dich
Ich will dich segnen
und dich berühren und bewegen
mit meinen guten Worten
und du sollst ein Segen sein,
ein Gute-Worte-Sager,
ein munt‘rer Streiter für
Frieden und Gerechtigkeit,
und den Schutz der Schöpfung,
beseelt von Gottes Geist und Güte.

"Oh Herr,
mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
das sich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Oh Herr mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens."