Corona und die Folgen II - Gesegnet, die sich für das Gemeinwohl einsetzen - 25.6.2020. (Das Video ist bei youtube hinterlegt).

Gesegnet, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.


Gesegnet, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.

Ich will Spaß! Ich will Spaß!
Das kann gelten in guten und einfachen Zeiten.  
Aber in diesen Zeiten geht es um Pflicht.
Nicht: Das will ich haben!, sondern: Das kann ich beitragen!.
Wir müssen es miteinander schaffen.
Manche sagen, das Virus und die Folgen wird uns noch Jahrzehnte beschäftigen: Armut, Hungersnöte, politische Verwerfung in ohnehin labilen Staatengebilden. Schulden in Höhe von insgesamt fast 2000 Milliarden Euro in Deutschland.  
Und dann kommen noch die Folgen der Klimaerhitzung dazu.
Die Seligpreisungen in der Bergpredigt
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind die Friedfertigen;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

Die Seligpreisungen wurden hineingesprochen in eine Zeit voller Gewalt und Rachegelüste. Worte und Gedanken, die zur mentalen Abrüstung beitragen sollten. Worte, die stärken sollten, sich ein friedvolles Gemüt zu bewahren, nicht zu resignieren, sondern trotz allem Unrecht um einen herum die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit nicht aufzugeben, sondern dafür zu leben und zu wirken.  Sie sollten motivieren, sich nicht nur um das eigene, persönliche Wohlergehen zu kümmern, sondern auch was zu riskieren, Herz und Mut zu zeigen.
Die Seligpreisungen damals bestimmt verwunderlich, andersartig, mutmachend, widerständisch, gegen die, die meinten: Hat alles keinen Sinn, zieh dich zurück, sei still, halt den Mund, schau, dass es dir gut geht - jeder ist sich selbst der Nächste, es wird dir eh niemand danken.

Seligpreisungen heute? Wen dürfen wir „gesegnet“ nennen?

Die Politik muss das Gemeinwohl im Blick haben und darf nicht den Lobbyisten der Konzerne auf dem schmeichelnden Leim gehen. Die Gefahr ist da. Wer widersteht?
Fast alle Menschen mit ihren Unternehmungen und Geschäften geraten gerade in Not, aber nicht alle können lautstark auf sich aufmerksam machen. Politikern auf allen Ebenen - vom Bürgermeister, zum Landtagsabgeordneten bis zur Kanzlerin - ihnen kommt gerade große Verantwortung zu, weil sie über die nötigen Millionen und Milliarden verfügen können und müssen. Sie erlassen Verordnungen und Gesetze, müssen nicht gewinn-, sondern gemeinwohlorientiert agieren, dass die ganze Gesellschaft  friedlich und freiheitlich zusammenhält.
Selig, die Politikerinnen und Politiker, die trotz aller Eigeninteressen und drohenden und schmeichelnden Verführungskünste der Lobbyisten das Gemeinwohl im Blick haben und auch die mitbedenken, die zu schwach sind, auf sich und ihre Not aufmerksam zu machen.

Die Pflegerinnen und Pfleger in den Altenheimen, die noch immer ihre BewohnerInnen vor Ansteckungsgefahr bewahren und ständig abwägen müssen, wieviel Nähe ist möglich, wieviel Distanz ist nötig. Sie müssen ihre Alten nicht nur versorgen mit Pflege, sondern zunehmend auch mit Unterhaltung und Aufmunterung, müssen Familienersatz sein.
Selig die Pflegerinnen, die sich auch für die seelischen Belange der Bewohner kümmern und noch kümmern können.

LehrerInnen haben versucht, den Kontakt zu SchülerInnen aufrecht zu erhalten, haben sich rasch fortgebildet, um per Videochat zu unterrichten, ohne große Fort- und Ausbildung in diesem neuen Medium. Sie haben sich auch um die gesorgt, die sie nicht so recht erreichen konnten, die zu Hause oder mental nicht die Möglichkeiten haben, auf diesem digitalen Weg schulisch dran zu bleiben.

Gesegnet die Lehrerinnen und Lehrer, die auch aufpassen, dass Kinder und Jugendliche in der Schule mitkommen und mitgenommen werden.

Unternehmer müssen Verluste hinnehmen und fühlen sich dennoch auch für das Wohl und Wehe ihrer Mitarbeiter verantwortlich, sie zu beschäftigen, so lange wie möglich und sinnvoll.  Manche suchen und finden neue Produkte und Angebote ohne große Gewinnmargen, nur um den Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Gesegnet die UnternehmerInnen und Geschäftsführer, die bei all den schlechten Zahlen auch die Mitarbeiter im Blick behalten und versuchen, miteinander schlechte Zeiten durchzustehen.

Die Anspannung steigt, die Ungeduld wächst, dass es bald wieder normal, zumindest etwas normaler, zugehen solle. Man möchte sich manchmal die Masken vom Gesicht reißen, besonders die, die tagtäglich viele Stunde damit arbeiten und leben müssen. Aber sich begegnen ist immer noch mit Vorsicht zu genießen. Wieviel Nähe ist ungefährlich für mich und meine Nächsten?
Selig, die mit Abstand und Maske vorsichtig bleiben, sie bewahren Gesundheit und Leben.

Wir müssen uns und unsere Lebensgewohnheiten umstellen, das wissen wir schon länger, nur jetzt wird es offensichtlicher. Wir müssen mit weniger Umweltbelastung produzieren, essen, unterwegs sein, brauchen mehr Vorratshaltung, müssen uns von Diktaturen distanzieren, uns weniger, aber dafür langlebigere Produkte anschaffen, bedächtiger und sorgfältiger agieren statt schnell-schnell, regionaler statt globaler. Wir haben in den vergangenen Monaten die Schwachstellen erkennen müssen.
Wir sind ärmer geworden, die Welt ist ärmer geworden, die meisten jedenfalls.
Schauen wir enttäuscht auf das was mal war und verloren gegangen ist, oder finden wir neue Lebensziele und Aufgaben, die uns auch zufrieden machen, vielleicht gar zufriedener?
Gesegnet, die nicht nur dem Vergangenen nachtrauern, sondern sich auf neue Lebensweisen einstellen. Gesegnet die Genug- und Wohlhabenden, die auch mit weniger auskommen können.

In den vergangenen Wochen sind Künstler laut geworden, haben auf sich und ihre Misere aufmerksam gemacht, nicht auftreten zu können, keine Einnahmen zu haben, haben zunehmend selbstbewusst vertreten, doch auch systemrelevant zu sein. Das Leben ist mehr als essen, trinken, wohnen, reisen, kleiden, kaufen. Das Gemüt braucht singen, malen, tanzen, Theater, Musik, Unterhaltung, um nicht zu verkümmern.
Die freien Künste
machen den Geist frei,
schaffen Freiräume ,
ermöglichen mit Bildern und Worten und Musik Zugang zum größeren, zu Göttlichem,
bringen die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit zum Ausdruck und das, was gerade an Themen Menschen beschäftigt,
rütteln auf und rütteln wach
trösten in betrüblichen Zeiten,
schaffen Gemeinschaft,
regen Kreativität und Phantasie an,
halten das Leben lebendig jenseits von kalten Zahlen und nüchternen Fakten.
 
Gesegnet die Künstlerinnen und Künstler, die Menschen mit ihren Künsten und Kunstfertigkeiten am Leben erhalten und sie seelisch nicht verkümmern lassen.

Einige Personengruppen habe ich erwähnt, es sind viele andere, deren Lebenswelten mir ferner sind, die sich verantwortungsvoll kümmern, dass der Laden am Laufen gehalten wird - ihre Dienste gilt es wertzuschätzen. Danke, ihr Gesegneten, die mehr als nur eure Pflicht tut mit viel Kopfzerbrechen und wenig Schlaf, ohne zu merken, wie wertvoll eure Dienste sind. Gesegnet seid ihr!