Radlergottesdienst 2016 rund um Erlenbach - Wein vor Ort und in der Bibel

Schon zu biblischen Zeit wird dem Wein medizinische Wirkung zugeschrieben. Der barmherzige Samariter gießt Öl und Wein auf die Wunden des unter die Räuber Gefallenen, säubert und desinfiziert sie zugleich.
Der Apostel Paulus gibt seinem Mitarbeiter Timotheus den guten Rat: „Trinke nicht mehr nur Waser, sondern nimm eine wenig Wein dazu um des Magens willen, und weil du so oft krank bist." (1.Timotheus 5, 23).
Und auch der weise Jesus Sirach weiß (31,32): "Der Wein erquickt die Menschen, wenn man ihn mäßig trinkt.“

Wein vor Ort und in der Bibel, so war das Thema des Radlergottesdienstes, bei dem auch erstmals Flüchtlinge, die neuen Mitbürger, in die Pedale gestiegen waren.
Zu Beginn haben wir in der Christuskirche das Lied gesungen: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“. In der St. Martinuskirche haben wir Psalm 104 gebetet: „Lobe den Herrn, meine Seele …  dass du Brot aus der Erde hervorbringst und der Wein erfreue des Menschen Herz“.
Es ging die Weinstraße dann hinaus Richtung Sommerberg, den wohl die Leibeigenen des Deutschritterordens gerodet, mit Reben bepflanzt haben und dafür 20 Jahre lang von Abgaben befreit wurden, wie die Weinerlebnisführerin Evi Böhringer-Kerner erzählte. Sie erklärte auch nach dem Anstieg an der Roten Steige im Steinbruch oberhalb von Gellmersbach die Entstehungsgeschichte der Landschaft und des Bodens. Wir sangen: „Auf der Erde darfst du leben, leben ganz und jetzt und hier und du kannst das Leben lieben, denn der Schöpfer schenkt es dir. Unsere Erde zu bewahren, zu bewahren das, was lebt, hat Gott mir und dir geboten, weil er seine Erde liebt."
Und weiter. Am Ende des Höhenwegs hielten wir an einer Schutzhütte an, teilten Brot und Wein - für die Kinder gab’s Traubensaft - Friede sei mit dir, Salam aleikum. Immer wieder konnten wir bei klarer Sicht die Augen und Gedanken über die Landschaft schweifen lassen.
Unterwegs meditierten wir über die Farbe Grün: Grün ist die Hoffnung, Grün bedeutet Leben und Schöpfung, Grün tut den Augen gut.
Und wir hörten auf die Geschichte Jesajas, wie Gott zwar einen schönen Weinberg anlegte, das Volk Israel aber, weil die Reben keine guten Fürchte mehr trugen, also die führenden Personen sich nicht mehr um Gerechtigkeit kümmerten und sich immer mehr bereicherten, sich dann vorgenommen hat, den Weinberg wieder einzureißen und verkommen zu lassen. Den Mitradlern aus Syrien und den Krisengebieten musste diese Geschichte sehr real erschienen sein.
Wir sangen: „Selig seid ihr, wenn ihr Frieden macht. Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt“.  
Im Weingut Klaus Haberkern wurden wir empfangen, konnten köstliche Weine schmecken und wurden durch den Keller geführt. Zum Schluss Worte des Segens und noch ein Lied: „Ich singe dir mit Herz und Mund. Wer macht es, dass man Öl und Most zu seinen Zeiten findt‘.“  
Schön war’s. Prost.

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