Meditationsnacht für den Frieden der Religionen

Was trägst du mit deiner Religion zum Frieden in und mit der Welt bei?

Mit dieser Frage wurde in der Christuskirche am 28. und 29. September 2013 eine Nacht lang meditiert.

Die Meditation begann am Samstag um 20:00 Uhr und mündete am Sonntag in den Gottesdienst um 9.45 Uhr. Die Meditationseinheiten dauerten jeweils zwei Stunden. Jeweils zu Beginn hat Pfarrer Stauffert das Bonhoeffer-Lied "Von guten Mächten" gespielt, dann wurden einige Texte aus den Religionen gelesen; Mitglieder des Benedictushauses Weinsberg spielten auf den Klangschalen. Immer wieder sang man das Taizélied "Laudate omnes gentes dominum" (Lobsingt ihr Völker alle und preist den Herrn). 

Gedanken und Gebete zum Frieden in der Welt hingen an den Wänden und lagen um den Altar.

Anfangs waren noch 20 Personen dabei, in der Nacht waren es dann noch zehn. Für ein kleines Frühstück am Morgen war gesorgt.

In der Predigt am Sonntag vertiefte Pfarrer Stauffert das Thema. Es gelte, das Gewaltsame in den Texten, Traditionen und in der Geschichte der eigenen Religion wahrzunehmen, aber das in der Religion aufzuspüren, was dem Frieden dient und hilft, Brücken zu bauen, statt Mauern zu errichten.

 

Was trage ich mit meiner Religion zum Frieden in und mit der Welt bei?

Ruth Maria Klöpping, die diese Meditationsnacht ins Leben gerufen hatte, sagte:

Was trage ich mit meiner Religion zum Frieden in und mit der Welt bei?
Diese Frage beschäftigt mich, seit wir unser Friedensprojekt für die Meditationsnacht begonnen haben. Ich möchte gerne niederschreiben, die Gedanken, die mir dazu kommen. Dazu muss ich still werden und mich tief hinein sinken lassen in mein Innerstes. Dem EINEN Geist erlauben, das wirklich Wesentliche zu notieren.

Ich trage bei die WÄRME meines Herzens, mein offen liebendes Herz für alle Menschen und alle Religionen.
Ich trage bei die VERBINDUNG, die dieses Herz mit seiner Wärme erschafft, über Kontinente hinweg.
Ich trage bei den FRIEDEN, den ich in mir selbst spüren darf. Über alle eigene Verletzlichkeit hinaus, ist da dieser Friede tief in mir, weil ich Gott für mich gefunden habe und immer wieder finden darf, in jeder Begegnung.
Ich trage bei meine DANKBARKEIT dafür, dass der Himmel uns so geschaffen hat wie wir sind, und dafür, dass er für uns sorgt.
Ich trage bei die BARMHERZIGKEIT, um mit einem milden Blick auf mich selbst und auf andere sehen zu können.
Ich trage bei die VERGEBUNG, um mir selbst und auch anderen zu verzeihen. Menschen machen Fehler.
Ich trage bei die SEHNSUCHT, die mich immer wieder neu aufbrechen lässt, damit ich tätig werde für die LIEBE in meinem Tun und Handeln.
Ich trage bei die LIEBE, die Liebe wie sie Christus mir vermittelt; jeden Tag aufs Neue.
Ich trage bei meine LEIDENSCHAFT, die mich so manche Projekte anzetteln lässt.  Für diese Leidenschaft in mir werde ich mich nicht rechtfertigen. Es ist die leidenschaftliche Liebe, die auch die ersten Christen in sich spürten und Christi Botschaft vor 2000 Jahren in die Welt trugen.

Bei all dem bin ich MENSCH, laufe, falle und stehe wieder auf. Ich bin verletzlich, ängstlich, auch wütend und traurig, eben alles was unser Menschsein ausmacht. Tief in mir darf ich SEINE Präsenz spüren, immer wieder dieses Glück aufs Neue empfinden. Dafür danke ich Gott!


Ein Pilgergebet, das vom Ökumenischen Zentrum aus Kuala Lumpur in Malaysia zu der Friedensmeditation nach Erlenbach geschickt wurde:

Geh,
deine Schritte werden deine Worte sein, der Weg dein Gesang, deine Ermüdung dein Gebet, Dein Schweigen wird schließlich sprechen.

Geh,
auch wenn dein Geist nicht weiß, wohin deine Füße dein Herz führen.

Geh,
ein anderer kommt dir entgegen und sucht dich, damit du Ihn finden kannst.
Im Heiligtum am Ende des Weges, dem Heiligtum im Innersten deines Herzens, ist ER dein Friede, ist ER deine Freude.

Geh,
es ist ja der Herr, der mit dir geht.