Gut g’schafft – Gott sei Dank.

Das größte Werk, das geschaffen wurde und von dem in der Bibel die Rede ist, ist die Welt. 

Gott, der Baumeister, der eine Idee hat - warum auch immer. Er hat einen Plan und eine Vorstellung, weiß was er will und macht‘s dann auch, betrachtet immer wieder sein Werk und meint zufrieden: „gut g’schafft“ und als er fertig ist, ist er ziemlich  zufrieden: „sehr gut“.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Und es geschah so.  Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.

Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.

Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.

Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne und Gott sah, dass es gut war.  Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.

Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.

Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. Und Gott sah, dass es gut war.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und es geschah so.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden. (1. Mose 1)

Die ganze Welt  - gut g’schafft. Perfektion bis ins kleinste Detail. Allergrößter Respekt! Herr, wie sind deine Werke so groß und so viel, du hast sie alle weise geordnet.

Für Handwerker heute gilt:

So gut wie möglich! So schnell wie möglich! So günstig wie möglich!

So gut, wie möglich – hat es auch Gott wohl gemacht.

So schnell, wie möglich – offensichtlich hat Gott sich nicht unendlich viel Zeit gelassen, nicht getrödelt, sondern hat es zügig durchgezogen und so auch gleich „die Woche“ geschaffen; und dann hat er sich noch einen Tag Muse gegönnt.  

So günstig wie möglich – Konkurrenzdruck hatte Gott nicht, hatte keinen Mitbewerber, sondern konnte frei schaffen, so dass die Geschöpfe anerkennend sagen: „Du bist sehr herrlich, du bist schön und prächtig“.  Und sie loben den Weltenhandwerker: „Du kannst mit dir und deinem Meisterstück zufrieden sein. Der Herr freue sich seiner Werke“. 

Handwerker leben nicht nur vom Lohn ihrer Arbeit in Form von Geld, sie leben auch von der Zufriedenheit ihrer Kunden. Wenn die Kunden sich freuen an der schattenspendenden Markise, dem wohnlichen Häuschen, dem hübsch angelegten Garten, dem frisch lackierten Auto, den bequemen Schuhen, dem leckeren Brot, dem schönen Schrank, wenn die Kunden sich freuen dann tut das der Seele des schaffenden Handwerkers gut. Handwerker, so dicht am Kunden, ihnen zu Diensten, arbeiten auch für ein Lächeln. Viele machen ein Foto von ihren Werken, zeigen‘s Kollegen, stellen’s auf die Homepage: Seht her! Hab ich ausgetüftelt! Das können wir! Gut, oder?

In der vergangenen Konfi-Stunde fragten mich die jungen Leute: Warum ist der Mensch geschaffen? Warum sind wir auf der Welt? Vielleicht um sich mitzufreuen, um zu staunen über das große Wunder- und Meisterwerk, das letztendlich unbegreiflich ist. Arbeit wird ja um so wertvoller, je mehr sie dem Leben eines anderen dient und ihn erfreut. 

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert - für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter, die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen, für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne und für alle Tage, die  Abende und die Nächte. Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen.

Bitte die Rechnung. Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht soweit die Erde reicht: Es war mir ein Vergnügen!

(Lothar Zenetti)

Dem Menschen ist ein Gestaltungsauftrag mitgegeben: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Seit der Industrialisierung und der enormen Bevölkerungszunahme in den vergangenen 200 Jahren müssten wir mit den vorhanden Schöpfungsgaben und der Umwelt viel sorgfältiger umgehen, aber haben gehandelt unbedacht, über seine Gaben, seine Schätze nicht gewacht, wie es in einem Lied heißt.

Wir bewegen uns zwischen Gestalten und Zerstören der Schöpfung, der Güter und der Ökologie, die uns gegeben ist, die uns anvertraut ist, für die wir miteinander und ihr, als Gestalter, Schaffer und Baumeister, mit kleinen und großen Werkzeugen und Maschinen auch verantwortlich seid.  

Gut g’schafft – Gott sei Dank. Für alles Schöne und Nützliche, was wir schaffen, braucht es Mühe und Schweiß, Bildung und Ausbildung, Mitarbeiter und Lieferanten, Konzentration und Hingabe, Fingerspitzengefühl und Kraft, Klarheit der Gedanken und gesunde Glieder, Frieden und Vertrauen, allgemeingültige, vernünftige Regeln und schöpferische Freiheit, Verständnis und Verständigung, Gerechtigkeit und ein erträgliches Klima. Wie groß oder wie klein ist dein eigener Anteil am fertigen Produkt?

Wenn’s dann gut geworden ist, ist das Grund zur

- Dankbarkeit des Handwerkers über das, was ihm mit Geschick, Glück und Segen gelungen ist und

- Dankbarkeit des Kunden, dem der Handwerker gedient hat. Nicht nur der Preis, auch Dankbarkeit macht den Dienst und das gute Stück wertvoll.

 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.

Wenn man etwas geschaffen hat, es nochmals mit Händen befühlt, von allen Seiten betrachtet, durchschreitet oder darinnen verweilt, abschmeckt, für einen Moment lang nicht mehr berechnet, was es gekostet hat und was es einbringen wird, ist es dann der Moment des „siebten Tages“, der Ruhe und Beschaulichkeit, in der das Werk mit seiner Entstehungsgeschichte auf den Handwerker zurückwirken kann und ihm Wert und Würde zurückgibt. Der Handwerker freue sich seiner Werke. Soviel Zeit muss auch sein. Gut g‘schafft – Gott sei Dank. 

Nehmt Ihr Euch die Zeit für diese Momente, die der Seele so gut tun oder seid ihr mit dem Sinn immer gleich schon beim Geschäft und dem nächsten Auftrag?

Das Werk wird erst dann vollendet, wenn es der Handwerker segnet. Wenn er hofft und seinem Werk wünscht: Es möge einen guten Dienst tun, wenn ich es gleich aus meinen Händen gebe und in andere Hände übergebe.

Wenn ihr es ehrlich und gut meint, möge auch in Eurem Planen und Schaffen der gute Schöpfergeist Gottes wirken. Amen.