Gemeindewanderung - An einer alten Grenze

Auf der einen Seite des Limes lebte die zivilisierte Welt, auf der anderen Seite die barbarischen Germanen, in deren Gebiet die Römer vorgedrungen waren. Der 550 Kilometer lange Grenzwall zwischen Rhein und Donau im 1. Jahrhundert nach Christus erreichtet ist das längste Bodendenkmal Europas.  
Bei der traditionellen zweitägigen Passionswanderung der Christuskirche begaben sich in diesem Jahr 23 Personen auf den Limesweg Osterburken bis Öhringen , dabei auch drei Männer und ein Junge aus Syrien; eine gute Gelegenheit, auf dem gemeinsamen 40 Kilometer langen Weg Grenzen mögliche Vorurteile zu überwinden und voneinander und aufeinander zu hören.   

Einer erzählt: Die Lage in Syrien mache ihn sehr traurig, deshalb sei es besser,  nicht so viel dran zu denken, sonst würde es einen zerreißen. Was sich ändern müsste? Die Großmächte müssten aus dem Land, auch Assad und die anderen gewaltsamen Kämpfer, dann könnte wieder Frieden einkehren. Wer das bewerkstelligen könne? Nur Gott. Was in Deutschland gut sei? Alles. Fast alles, zu viel Papiere. In Deutschland hoffe er für seine Kinder eine gute Ausbildung. Der Junge erzählt, er habe in Erlenbach gute Freunde und wolle hier noch 30 Jahre lang leben, so sehr gefalle es ihm hier. Ein anderer meint, dass er gerne Altpfleger werden wolle und seine Frau Krankenschwester.  

Nach der erholsamen und informativen Pause, bei der einander auch Süßigkeiten angeboten wurden, ging‘s weiter. Jedem fiel auf dem Weg noch etwas ein, was er fragen oder mitteilen wollte.

Auf der Höhe zwischen Seckach und Jagsttal erzählte eine Flüchtlingshelferin von ihren Erfahrungen. Aufmerksame Stille beim Zuhören und respektvolle Anerkennung breitete sich aus. Dann der Abstieg nach Jagsthausen. Eine Erfrischung im Biergarten, sich dann den Schweiß der ersten Etappe abwischen und auf zum gemütlichen Abendessen vor dem erholsamen Schlaf nach den ersten 20 Kilometern.    

Für manche wurde die Grenzwanderung zu einer Grenzerfahrung. Nach dem Frühstück wurden sechs Fußkranke verabschiedet. In Sindringen wurde die Gruppe zu einem Schnäpschen eingeladen. Beeindruckend war der gut erhaltene Erdwall der Römer mit dem Graben zwischen Pfahlbach und dem Golfplatz von Friedrichsruhe. Dann die letzte Etappe nach Öhringen. Vor der Rückfahrt mit der Bahn hat es noch ein Eis gereicht. Wir waren uns einig: es soll ein Nachtreffen geben.

Hier Bilder von der Wanderung