Auf dem Neckarsteig von Heidelberg bis Eberbach

Unsere Tour startete am Samstag, den 29. März um 7.30 Uhr am Bahnhof in Neckarsulm. Zu unserem festen Wanderstamm gesellten sich auch dieses Jahr wieder ein paar neue Gesichter, die herzlich in die Wandergruppe aufgenommen wurden. So zählte unsere Gruppe 22 Mitglieder.
Die Bahnfahrt nach Heidelberg gestaltete jeder auf seine Weise: Noch ein kleines, ein letztes Telefongespräch, ein zweites Frühstück oder einfach nur ein Schwätzchen mit dem Sitznachbarn.
In Heidelberg angekommen, stimmte uns Jürgen Stauffert mit Liedern und guten Gedanken zur Jahreslosung - "Gott nahe zu sein ist mein Glück“ - auf die vor uns stehende Wanderung ein.
Der Königsstuhl mit seinen 568 m Höhe war unsere erste Herausforderung. Man hatte die Wahl, den Hausberg  in gemächlichen Serpentinen oder auf dem direkten Weg zu bezwingen. Die Mehrheit entschied sich für die „Himmelsleiter". 1250 Naturstufen mussten nun mit vollem Wandergepäck bewältigt werden. Hier kam man am frühen Morgen doch schon kräftig ins Schwitzen.
Die Strapazen waren schnell vergessen, wurden wir doch bei strahlendem  Sonnenschein mit einer schönen Aussicht auf Heidelberg, den Neckar und die Rhein-Ebene belohnt.
Flachere Wegstücke  durch ein Felsenmeer und steile Abschnitte wechselten sich nun ab. Der „Neckarsteig“ machte seinem Namen alle Ehre. Kaum wanderten wir ein paar Kilometer im Tal, ging es auch schon wieder zum nächsten Anstieg.
Am hohlen Kastenbaum, einer Schutzhütte, legten wir dann eine Mittagspause ein. Frei nach dem Motto: “was nicht mehr im Rucksack ist, muss auch nicht mehr getragen werden “, wurde ausgiebig gevespert. Zur Freude der Gruppe wurden immer wieder die verschiedensten kleinen Überraschungen aus den Rucksäcken gezaubert: ob Schokolade, ein guter Spruch oder ein tröstendes Pflaster. In irgendeinem Rucksack war immer zu finden, was gerade benötigt wurde.

Viele Aussichtspunkte oberhalb des Neckars luden uns immer wieder zu kleinen Atempausen ein. Burg Reichenstein, der Tillystein und die Altstadt von Neckargemünd konnten wir auf unserem Weg bewundern. Auch unser Tagesziel Dilsberg konnten wir schon in weiter Ferne erkennen. Ein steiler Abstieg führte uns dann ins Tal nach Neckargemünd. Für alle Fußkranken und Blasengeschädigten bestand hier die Möglichkeit, unser Ziel Dilsberg bequem mit der Bahn zu erreichen. Die Mehrheit entschied sich aber doch für den noch neun Kilometer langen Fußmarsch. Über sonnige Treppen im Wohngebiet und steile Anstiege im schattigen Wald ging es wieder unerbittlich nach oben. Nun durften wir auch mal längere Zeit auf der Höhe wandern, bis wir über eine Waldumleitung bergab über Wiesen und Felder unserem Ziel Dilsberg immer näher kamen. Noch eine letzte kraftraubende Steigung und dann war mit dem Gang durch den Torturm nach 24 Kilometern unser Ziel, die Jugendherberge in Dilsberg, erreicht.
200 m über dem Neckar und einer herrlichen Aussicht auf die Umlaufberge, wohnten wir direkt auf der mittelalterlichen Stadtmauer. Ein ausgiebiges Abendessen, eine erfrischende Dusche und dann stand einem gemütlichen Abend nichts mehr im Wege. Manche bevorzugten auch gleich den erholsamen Schlaf. Der nächste Morgen wurde mit einem Lied begrüßt und wir erhielten weitere Denkimpulse zur Jahreslosung.  Auf einem schönen Steig ging es wieder bei strahlendem Sonnenschein 350 Höhenmeter abwärts nach Neckarsteinach, die Stadt der vier Burgen. Am Ortsende erreichten wir die Ruine Hinterburg und wieder ging es bergauf. Bevor wir den Wald erreichten, lohnte sich ein Blick zurück. Die Mittelburg schien zum Greifen nahe.  
Nach mehreren Kilometern auf der Höhe sahen wir in der Ferne noch das  Waldschlösschen Hoher Darsberg. Langsam aber sicher führte unser Weg wieder ins Tal. Noch ein kurzer, steiler Abstieg und unser Etappenziel Hirschhorn war erreicht. Eine gute Tasse Kaffee in der Kaffeemanufaktur weckte die müden Geister wieder auf.
Eine kleine Gruppe von sechs Personen gönnte sich keine Kaffeepause, sondern marschierte gleich weiter, um noch Eberbach zu erreichen.
Nach der Kaffeepause waren auch unsere Füße wieder bereit, die hübsche Stadt Hirschhorn noch etwas zu erkunden. Bei einem gemeinsamen Abendessen im „Hirsch“ ließen wir die zwei Tage nochmal Revue passieren und kamen zu dem Ergebnis: es war wieder wunderschön.
Gut gelaunt und ausgeruht stiegen wir 19.22 Uhr in den Zug Richtung Neckarsulm. In Eberbach stiegen unsere konditionsstarken Wanderer nach 30 Kilometern Fußmarsch zu und die Gruppe war wieder komplett.
Vielen Dank an Ute Koppenhöfer und Jürgen Stauffert, für die Organisation, die detaillierte Planung (für jedes anstrengende Teilstück gab es eine Alternativlösung), für die Mundharmonikaklänge und die guten Gedanken zur Jahreslosung.
Viele schöne Erlebnisse, gute Gespräche und Gedanken machten diese Wanderung wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für alle Teilnehmer war klar:

„Auf Wiedersehn bis zum nächsten Jahr!“

(Hannelore Ortwein)


Hier Bilder von der Wanderung auf dem Neckarsteig