Auferstehung
Sie zählten dich unter die Missetäter, sie beschlossen deinen Tod, sie gruben dich ein.
Doch es ging auf die gefährliche Saat, das unzerstörbare Leben, das brachte den Stein ins Rollen.
Sie wollten dich unter die Erde bringen, aber sie brachten dich unter die Leute.

                                       (Lothar Zennetti. Im Ev. Gesangbuch Seite 1013)

 

Der Missionsbefehl (Matthäusevangelium 28, 16-20)

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Was hat der Herr den Jünger anbefohlen zu lehren? Im Matthäusevangelium finden wir fast zu Beginn von Jesu Wirken, wie er als Lehrer auftritt und in der sogenannten Bergpredigt (Matthäus 5 – 7) Lebensweisheiten predigt: „Und als er das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach“. Lebt der Herr und Meister dann weiter und mitten unter uns  wenn wir seine Weisheiten bedenken, damit leben und sie weitergeben? Nun denn, beginnen wir:

 Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Zieht euch nicht aus der Welt zurück, sondern geht hinein, dorthin wo Unfrieden und wo Unrecht ist, denn dort leben ein paar wenige Menschen gut und viele andere schlecht. Jesus lehrt seine Jünger, dem Wohl in der Stadt und dem Weltkreis, ‚urbis et orbis‘ zu dienen.

 Ihr seid das Salz der Erde, wenn es nicht mehr salzt, womit soll man salzen. Ihr seid das Licht der Welt. Lasst euer Licht leuchten, vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. 

 Wenn ihr euch einschüchtern lasst, Angsthasen seid, euch mit netten Nebensächlichkeiten beschäftigt, bewirkt ihr nichts. Was verändert ihr dann zum Guten? Wenn ihr euch selbst genügt, genügt das nicht. Wenn ihr selbstzufrieden seid, bringt das der Welt und Jesu geringsten Brüdern und Schwestern keinen Frieden.  

 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Was ist das Gesetz? Was ist das höchste Gebot? „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Das ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“. Das ist fundamentaler Grundsatz, so einfach und doch so mühsam zu leben. 

 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht töten. Wer tötet ist des Gerichts schuldig. Ich aber sage: Wer mit seinem Bruder zürnt, wer sagt: Du Nichtsnutz, du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig.

Mit bösen Worten beginnen böse Taten. Schon Erstklässler wissen: Schlimme Worte tun schlimmer weh als Schläge. Achtet sorgsam auf eure Worte, nehmt keine Schimpfwörter in den Mund, mobbt nicht andere, redet sie nicht schlecht, nicht am Arbeitsplatz und auch nicht auf facebook.

 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

Der Seitensprung beginnt in den Gedanken. Gib dich nicht der Pornographie hin. Bleib treu, in guten wie in schlechten Zeiten.

 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage Euch, dass ihr widerstehen wollt dem Übel, wenn dir jemand auf die rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.

Vergeltung befriedigt zwar das Rachegefühl, treibt aber Streit immer weiter. Wer aus Wut und Rache heraus zurückgibt, findet kein Maßhalten, verursacht noch mehr Schaden und schadet sich nur selbst. Wer es schafft, den Vergeltungsdrang zurückzuhalten, zeigt im Streit Stärke und verhindert viel, viel Unheil.

 Ihr habt gehört, dass gesagt ist, Du sollt deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen. Wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes?

Versuch hinter dem Tun des Feindes den guten Mensch zu suchen. Jeder will im Inneren lieben und geliebt werden, will mindestens ein bisschen Wohlstand und Zufriedenheit. Versuche nicht das Böse zu sehen, sondern die Verletzungen, die ihn zum Bösen treiben.

 Habt Acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr sie nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden. Wenn du Almosen gibst, sollst du es nicht ausposaunen lassen.

Wenn du Gutes tust, tue es für dich, aus Dankbarkeit oder aus Mitleid; wenn du aus lauter Eitelkeit eine Show daraus machst, wird es wertlos. Frömmigkeit ist Dasein in der Liebe; alles andere wäre Berechnung, von dem du dir einen Vorteil erhoffst: Geld, Ruhm, Ehre. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

 Und wenn ihr betet sollt ihr nicht sein, wie die Heuchler, die gerne an den Straßenecken stehen, damit sie von den Leuten gesehen werden.  Wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein und bete zu deinem Vater der im Verborgenen ist; und wenn ihr betet sollt ihr nicht viel plappern. Euer Vater weiß, was ihr bedürft bevor ihr ihn bittet.

Auch das Beten, das Reden des Herzens mit Gott will gelernt und geübt sein. Die Begegnung mit dem Heiligen und dem Verletzlichen tief in dir, das ruhige Hören auf das Wesentliche verträgt keine Öffentlichkeit, sondern braucht Ruhe, Stille und Geduld: „Herr, du erforschst mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, dass du Herr nicht schon wüsstest.  Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Erforsche mich Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. (Psalm 139)

 So sollt ihr beten: Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name ….

Das darf genügen. Lege deine Gedanken in diese Gebetsworte.

 Ihr sollt nicht Schätze sammeln auf Erden, sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch der Rost fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Was immer an Leid ist in der Welt, entspringt dem Wunsch, selbst glücklich zu sein. Was immer an Freude ist in der Welt, entspringt dem Wunsch, andere glücklich zu sehen.

 Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge.

Übe dich nicht so sehr in Kritik, vielmehr in Selbstkritik. Es ist leichter und genüsslicher über andere herzuziehen, als über sich selbst. Versuche nicht andere zu bessern, nur dich selbst. Bewahre dich vor Selbstgerechtigkeit. Auch der andere kann im Recht sein. Höre zu, was der andere zu sagen hat, tue es nicht von vornherein ab, sondern sei bereit, dich überzeugen zu lassen.

 Bittet, so wird euch gegeben, suchet so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.

Wenn es nicht gleich in deinem Sinne vorwärts geht, dann bleib geduldig, bleib an deiner Sache dran. Es werden Türen aufgehen.

 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.

Wenn du nicht weißt, ob du böse oder falsch handelst, dann versetze dich in die Lage des anderen. Betrachte dich mit seinen Augen und du wirst schnell wissen, was gut und richtig ist. 

 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Jesus will nicht angebetet werden, sondern, dass die Liebe geübt wird und seine Lehre befolgt wird.

 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.

Selig, die Gottes Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

 Das ist keine gewalttätige Lehre, aber ein gewaltig gute, und jedes mal, wo eines der Worte Wirklichkeit wird, können Menschen wieder aufatmen und ein neues Leben beginnen.