Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ (Röm 15,7) , so die Jahreslosung für das kommende Jahr. Ein Wort des Paulus an die Gemeindeglieder in Rom. 
Und das in Tagen, an denen viele fürchten, die Gesellschaft könnte auseinanderbrechen, weiter auseinanderbrechen - wenn sie denn je eine Einheit war,
sie könnte sich weiter aufspalten - denn schon immer gibt es unterschiedliche Milieus, Klassen, Wohnlagen, Einkommen, Vermögen, Bildungsstufen.
Schon seit vielen Jahren hören wir die Mahnung: Kein Frieden ohne Frieden der Religionen.  

Was machen die in Freiheit leben und in Wohlstand und gebildet und stark sind mit ihrer Freiheit, ihrem Vermögen, ihrer Stärke und ihrem Glück?
„Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung, so Paulus an die Gemeinde in Rom und weiter: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“.

Sei frei – für andere. So habe ich auf den Gottesdienst heute hingewiesen, angeregt durch ein Lied von Daniel Wirtz:
Du solltest träumen für all jene, denen die Angst den Schlaf geraubt,
deren Hoffnung man zertreten, irgendwo im Strassenstaub.
Du solltest springen für all jene, denen der Fuss in Ketten liegt,
deren Willen man gebrochen, deren Freiheit man bekriegt.
Du solltest leuchten für die Lichter, die man in Dunkelheit gesperrt,
für die Kinder die nicht wissen, ob die Väter wiederkehren.
Du solltest wissen um dein Glück, das dir ein Zufall zugespielt ,
zu jeder Stunde, jeden Tag, an dem du die Sonne siehst.
Du solltest sprechen für all jene, die nicht reden können von diesen Dingen,
weil die, die es nicht hören wollen, sie ganz schnell zum Schweigen bringen.
Etwas bewegen für all jene, deren Leben längst erstarrt,
die von deiner Freiheit träumen und den Chancen, die du hast.
Sei frei - solange es geht!
Bleib frei - solange du lebst!
Sei frei - an ihrer Stelle!


Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung.

Wer stark ist und selbstbewußt, mutig und vermögend, möge es nutzen und einsetzen um auch andere zu stärken, zu ermutigen, zu unterstützen, aufzubauen.
Was dir gegeben, gib weiter, lass andere teilhaben, an deinem Glück und deinem Glauben.

Statt Verachtung – Achtung und zwar in jedem Moment und an jedem Ort des Lebens.
•    Statt kalter Abschiebung freundliche Gastfreundschaft, solange Flüchtlinge und Menschen auf der Suche nach Sicherheit und Frieden im Hause und im Lande sind.
Statt Verachtung – Achtung und zwar in jedem Moment und an jedem Ort des Lebens.
•    Angehende Eheleute werden vor dem Ja-Wort gefragt: Willst Du Maria, Josef, den Gott dir anvertraut als deinen Ehemann lieben, ehren und achten in guten wie in schlechten Tagen.
•    Achtung und Anerkennung jedweder Arbeitsleistung, im Haushalt, im Betrieb, in der Schule, in der Gemeinde, in der Verwaltung.
Leiharbeit und Werkverträge und ähnliche Arbeitsverhältnisse, bei denen Arbeiter zweiter Klasse für ihre Mühe mangelhaft entlohnt werden, müssen wieder eingedämmt werden.
•    Achtung der Religionen, die Gläubige zum Frieden rufen und zum Lobe Gottes, in welchen Formen und Formeln, mit welchen Liturgien und Ritualen auch immer.

Eine Gesellschaft bricht dann nicht auseinander und spaltet sich nicht ganz, solange du dich und wir uns in Achtung und Respekt gegenüber jedermann und jederfrau tagtäglich üben - in jedem Moment und an jedem Ort des Lebens.

Wer einem Geringen Gewalt antut, lästert dessen Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott, sagt die Weisheit. (Sprüche Salomos  14,31)